Überblick

Der European XFEL in der Metropolregion Hamburg ist eine Forschungsanlage der Superlative: Er erzeugt ultrakurze Laserlichtblitze im Röntgenbereich – 27 000-mal in der Sekunde und mit einer Leuchtstärke, die milliardenfach höher ist als die der besten Röntgenstrahlungsquellen herkömmlicher Art.

Der weltweit größte Röntgenlaser eröffnet ab September 2017 völlig neue Forschungsmöglichkeiten für Naturwissenschaftler und industrielle Anwender.

Forschung

Kleiner, schneller, intensiver: Der European XFEL erschließt Forschungsfelder, von denen Wissenschaftler bisher nur träumten. Seine einzigartigen Röntgenblitze eröffnen neue Möglichkeiten für viele Bereiche der Forschung. Mit ihnen lassen sich atomare Details von Viren und Zellen entschlüsseln, dreidimensionale Aufnahmen aus dem Nanokosmos machen, chemische Reaktionen filmen und Vorgänge wie die im Inneren von Planeten untersuchen.

Am European XFEL können internationale Forschergruppen komplexe Instrumente nutzen, um für einige Tage oder Wochen ihre Experimente durchzuführen.

Funktionsweise

Um die Röntgenblitze zu erzeugen, werden Elektronen zunächst in Paketen auf hohe Energien gebracht und durch spezielle Magnetanordnungen (Undulatoren) gelenkt. Dabei senden die Teilchen Licht aus, das sich immer mehr verstärkt, bis schließlich ein extrem kurzer und intensiver Röntgenblitz entsteht. (Mehr zur Funktionsweise)

Der European XFEL erzeugt laserlichtartige Röntgenstrahlung. Er stellt mehrere Lichtquellen für Röntgenblitze mit unterschiedlichen Eigenschaften bereit. (Mehr über die Lichtquellen)

Standort

Der Röntgenlaser befindet sich größtenteils in Tunneln unter der Erde, zu denen drei Betriebsgelände Zugang ermöglichen. Die 3,4 Kilometer lange Anlage reicht vom DESY-Campus in Hamburg bis in die schleswig-holsteinische Stadt Schenefeld (Kreis Pinneberg). Dort entsteht ein Forschungscampus, auf dem internationale Teams von Wissenschaftlern mit den intensiven Röntgenblitzen experimentieren werden.

European XFEL GmbH

Der European XFEL wird von einer eigenständigen Forschungsorganisation, der European XFEL GmbH, gebaut und betrieben. Diese Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht arbeitet nicht gewinnorientiert. Sie beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An dem Projekt beteiligen sich zurzeit 11 Länder: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien und Ungarn. Großbritannien ist im Begriff als 12. Mitgliedsland beizutreten.

Bauprojekt

Der European XFEL wurde gemeinsam mit zahlreichen Partnern realisiert, die European XFEL GmbH arbeitete dazu eng mit dem Forschungszentrum DESY und internationalen Institutionen zusammen. Der Baubeginn erfolgte Anfang 2009, die Inbetriebnahme begann 2016.

Die Baukosten für die Anlage einschließlich der Inbetriebnahme belaufen sich auf 1,22 Milliarden Euro (Preisniveau 2005). Als Sitzland trägt Deutschland (Bund, Hamburg und Schleswig-Holstein) 58 Prozent der Baukosten; Russland übernimmt 27 Prozent und die anderen internationalen Partner zwischen einem und drei Prozent.

Die Anlage ist zu einem Großteil durch nicht-geldliche Beiträge wie Personal und Sachleistungen der Gesellschafter und Partner entstanden.