Marcus Heine

Architektur der Simulation

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Das Streben nach Erkenntnis über die Welt bestimmt unseren Umgang mit den Wissenschaften und die fortwährende Technologisierung unseres Handelns. Wissen bestimmt nicht nur unsere Auffassung von der Wirklichkeit selbst, sondern daran geknüpft ist auch der Wunsch nach Kontrolle und Beherrschung dessen, was sich unserem Einfluss eigentlich entzieht. Mit dem Verständnis über die Welt ergibt sich jedoch die Möglichkeit zur Vorhersage. Damit kann zum einen neues Wissen generiert werden, zum anderen kann den Unwägbarkeiten einer möglichen Zukunft begegnet und den zu erwartenden Folgen entgegengewirkt werden. Ein Werkzeug, das diesen Blick in die Zukunft ermöglicht, ist die Simulation.

Der Fotograf Marcus Heine dokumentierte für seine Fotoserie „Architektur der Simulation“ zahlreiche Simulationen und Anwendungen, die sich im Umfeld von Wissenschaft, Forschung und Industrie befinden. Das Projekt geht der Frage nach, was Modelle für den Erkenntnisgewinn über die Wirklichkeit leisten und wie sich das Verhältnis zwischen Modell und repräsentierter Wirklichkeit darstellt. Die visuelle Erscheinung der dokumentierten Umgebungen reicht dabei von der Undurchdringbarkeit komplexer technischer Anlagen bis zur Illusion von „staged realities“. Simulationen ermöglichen zum Beispiel auch die Untersuchung von Phänomenen der Wirklichkeit, die sich nicht direkt beobachten lassen oder zu denen wir aufgrund von Größe oder Distanz keinen Zugang haben. Auch das HED-Instrument des European XFEL wurde deshalb Teil des Projektes, das Ende 2021 als Buch veröffentlicht wird.

www.marcusheine.de/architektur-der-simulation