Anlage naturnaher Gehölzstrukturen und Baumpflanzungen
Zur ökologischen Aufwertung und landschaftlichen Einbindung des Betriebsgeländes wurden an dessen Rändern dichte, landschaftstypische Gehölzstreifen angelegt. Ergänzend entstand eine Streuobstwiese mit 15 hochstämmigen Obstbäumen, die sowohl zur Artenvielfalt beiträgt als auch ein traditionelles Landschaftselement aufgreift.
Zusätzliche Baumpflanzungen erfolgten entlang der Verbindungswege, im Bereich der Parkflächen sowie innerhalb der bebauten Campusbereiche. Südöstlich des Forschungscampus Schenefeld wurde außerdem eine waldähnliche Pflanzung mit standortgerechten Gehölzen realisiert, die langfristig eine naturnahe Waldentwicklung einleitet.
Knicks und Gehölze
Knicks – auch Wallhecken genannt – sind traditionelle, landschaftsprägende Strukturelemente Norddeutschlands und stellen ökologisch äußerst wertvolle Lebensräume dar. Sie bestehen aus einer dichten Reihe heimischer Gehölze, die auf einem leicht erhöhten Erdwall wachsen und häufig von einem Graben begleitet werden. Diese linearen Landschaftselemente vernetzen unterschiedliche Lebensräume miteinander und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsraum.
In den Sträuchern und Bäumen der Knicks finden viele Vogelarten – etwa Dompfaff, Dorngrasmücke oder Gelbspötter – geeignete Brutplätze. Die blütenreichen Hecken dienen Insekten wie Wildbienen und Schmetterlingen als wichtige Nahrungsquelle, während ihre Beeren im Herbst und Winter Futter für Zugvögel und Wintergäste wie Seidenschwanz, Rotdrossel oder Wacholderdrossel bieten. Auch für Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien sind Knicks bedeutende Rückzugsräume.
Im Rahmen der naturschutzrechtlichen Kompensationsmaßnahmen hat European XFEL neue Knicks in der Osdorfer Feldmark anlegen lassen. So entstand am südwestlichen Rand des Betriebsgeländes entlang eines Wander- und Wirtschaftswegs ein rund 360 Meter langer Doppelknick. Weitere 570 Meter Knickstruktur wurden auf Flächen der Stadt Schenefeld an den Straßen Holtkamp und Aneken angelegt.