Sicherheit & Umwelt

Der European XFEL kann ohne Risiken in dicht besiedeltem Gebiet betrieben werden. Von ihm geht keine Gefährdung von Mensch und Umwelt aus, auch nicht bei einer eventuellen Betriebsstörung.

Die Anlage erzeugt weder Lärm noch giftige Abgase und kann auch nicht explodieren. Im Betrieb erzeugt sie ionisierende Strahlung (umgangssprachlich “radioaktive Strahlung”), so dass sich Menschen nicht innerhalb der Tunnel sowie in unmittelbarer Nähe der Experimentiereinrichtungen aufhalten dürfen, wenn die Anlage eingeschaltet ist. Dass jemand die während des Betriebs gesperrten Bereiche betritt, wird durch erprobte, bei DESY seit Jahrzehnten übliche Zugangskontrollsysteme ausgeschlossen.

Da die Tunnel tief genug unter der Erde verlaufen, ist die Strahlung, die durch das Erdreich bis an die Oberfläche dringen kann, im Vergleich zu der überall vorhandenen natürlichen Strahlung vernachlässigbar gering. Auch für Erdreich, Wasser und Luft geht vom European XFEL keine Gefahr aus: Selbst unmittelbar in der Umgebung der Tunnelröhre ist die in 20 Betriebsjahren entstehende Radioaktivität im Erdreich geringer als die im Boden von Natur aus vorhandene Radioaktivität, und die Aktivierung von Grundwasser und Tunnelluft liegt weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

Im Normalbetrieb werden die für den European XFEL benötigten Elektronen nach der Erzeugung der Röntgenstrahlung in Elektronenauffänger gelenkt, in denen sie abgebremst werden und ihre Energie in Wärme umgewandelt wird. Diese Elektronenauffänger befinden sich in speziell abgeschirmten Schächten tief unter der Erde, so dass auch hier die an die Erdoberfläche gelangende Strahlung gegenüber der in der Natur immer vorhandenen Strahlung vernachlässigbar gering ist. Was die Röntgenlaserstrahlung betrifft, so wird diese gleich hinter den Experimenten in Auffängern aus Blei abgebremst und vernichtet. Die einzelnen Experimentierstationen befinden sich hinter entsprechenden Abschirmwänden und in unzugänglichen Bereichen, so dass in den Experimentierhalle außerhalb dieser Bereiche auch während des Betriebs gearbeitet werden kann.

Auch bei einer eventuellen Betriebsstörung bestehen für die Umwelt keine Gefahren: Eine aus technischer Sicht gravierende Störung wäre es, wenn der Elektronenstrahl seine Bahn im Beschleuniger verließe. Wegen seiner gebündelten hohen Energie würde er dann Teile des Röntgenlasers zerstören, was zu einem langen Ausfall der gesamten Anlage führen würde. Schon deshalb ist der European XFEL bereits vom Prinzip her so konzipiert, dass in solch einem Fall die Teilchenstrahlen unmittelbar in die entsprechenden Elektronenauffänger gelenkt werden und die ganze Anlage sofort automatisch abgeschaltet wird.

Auswirkungen auf Natur und Umwelt

Wie jedes andere Bauprojekt, das große Flächen in Anspruch nimmt, hat auch der Bau des European XFEL die Umwelt in Bereichen beeinflusst, die sowohl den Menschen als auch Tiere, Pflanzen und die Landschaft im Allgemeinen betreffen. Um diese Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, zielten umfangreiche Maßnahmen auf die Vermeidung. Minderung oder auf den Ausgleich dieser Auswirkungen ab sowie auf die Gewährleistung der Umweltsicherheit.

Negative Auswirkungen auf Klima, Luft, Grund- oder Oberflächenwasser können ausgeschlossen werden.

Ausgleichsmaßnahmem im Überblick

Die Ausgleichsmaßnahmen umfassen die Renaturierung der Umgebung mit Pflanzungen, naturnahem Grünflächen, Hecken, Baumgruppen und naturbelassenen Flächen. Ein zentrales Element dieser Maßnahmen war die Großflächige Renaturierung des Flusslaufs der Düpenau auf dem Schenefelder Betriebsgelände und in der angrenzenden Umgebung. European XFEL hat diese Renaturierungsarbeiten finanziert und die eine Hälfte der Maßnahmen in enger Kooperation mit der Stadt Schenefeld und dem Land Schleswig-Holstein federführend umgesetzt, während Renaturierung die andere Hälfte von der Stadt Hamburg koordiniert wurde. Darüber hinaus hat European XFEL im Rahmen der Kompensationsmaßnahmen neue Knicks (Wallhecken) in der Feldmark angelegt. Knicks dienten ursprünglich zur Begrenzung des Weidelands und beherbergen viele Pflanzenarten, darunter Gewöhnlicher Schneeball, Schwarzer Holunder, Espe, Weißdorn und Bergahorn. In den Bäumen und Büschen der Knicks finden viele Vogelarten Brutplätze, die Blütenpflanzen in den Hecken bieten Nahrung für Bienen und andere Insekten. Außerdem hat European XFEL heimische Baum- und Straucharten wie Hängebirke, Rotbuche, Esche oder Stieleiche gepflanzt, die ebenfalls Nistmöglichkeiten für verschiedene Vogelarten bieten und so die Umgebung einer der weltweit führenden Forschungseinrichtungen zu einem auch für die heimische Natur attraktiven Standort machen.

Renauturiertes Fluss- und Feuchtgebiet in der Nähe des European XFEL-Forschungscampus in Schenefeld.