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Wirtschaftliche Bedeutung

Ein neues Zentrum für Spitzenforschung kann Wachstumsimpulse für eine ganze Region bringen. Der European XFEL führt bereits in der Anlaufphase zu mehr Arbeitsplätzen, Umsatz und Einkommen sowie zu bedeutenden Innovationen bei beteiligten Unternehmen.

Dies zeigen Studien des Instituts für Allokation und Wettbewerb der Universität Hamburg, in der die wirtschaftlichen Effekte beschrieben werden, die durch den Bau des mehr als drei Kilometer langen European XFEL zu erwarten sind.

Innovationen …

Eine der Studien befasst sich mit den so genannten Angebotseffekten wie beispielsweise neuen Technologien und Verfahren, die im Rahmen des Röntgenlaserprojekts entwickelt werden und langfristig die wirtschaftliche Entwicklung stärken. Grundlage der Untersuchung war die Befragung von 57 Unternehmen, die an der Ausrüstung der TESLA-Testanlage bei DESY beteiligt waren. An dieser Anlage wurde auch die Technologie für Freie-Elektronen-Laser entwickelt und erprobt. Die Ergebnisse der Umfrage sind viel versprechend:

  • 38 % der Lieferanten erzielten bedeutende Innovationen oder erwarten dies durch die Beteiligung am Bau des Röntgenlasers.
  • 53 % können hierfür entwickelte Produkte auch anderweitig einsetzen.
  • 60 % stellen Einflüsse auf ihr übriges Produktsortiment fest.
  • 23 % verzeichnen große Lerneffekte bei ihren Mitarbeitern.
  • 82 % geben an, dass DESY ein wichtiger Referenzkunde für sie ist. Bei der Zusammenarbeit mit DESY spielte im Schnitt die Schaffung von Innovationen die größte Rolle – noch vor dem Erzielen von Umsatz.
  • 38 % der Firmen haben durch die Zusammenarbeit mit DESY in mindestens einem Bereich “bedeutende” oder “sehr bedeutende” Innovationen erzielt, weitere 29 % erzielten “mittlere” Innovationen.

Insbesondere in der Hochfrequenztechnik ergaben sich Weiterentwicklungen in Bereichen wie Elektronik, Energietechnik und Puls-Power-Technik. Ein weiteres Beispiel ist die Kältetechnik: Die supraleitenden Teilchenbeschleuniger für die Freie-Elektronen-Laser arbeiten bei minus 271°C. Die dazu entwickelten Verbundwerkstoffe sind sehr strahlungsresistent und auch in anderen Bereichen einsetzbar. Der Bau der Beschleunigungselemente führte zu Innovationen in mechanischen Fertigungsprozessen, chemischer Verfahrenstechnik, Metallurgie, Maschinenbau und Mess- und Regeltechnik. Die neuen Erkenntnisse finden unter anderem Anwendung in Medizintechnik, Analytik, Radar- und Satellitentechnik, Nachrichtentechnik und im chemischen Anlagenbau. Insgesamt haben 67 % der Unternehmen für die Freie-Elektronen-Laser neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickelt. 79 % von ihnen ist es gelungen, für diese Produkte auch andere Kunden zu finden oder sie erwarten dies in Zukunft. Diesem direkten Technologietransfer steht der indirekte gegenüber: 60 % der Unternehmen gaben an, dass die Entwicklungen für das Röntgenlaserprojekt Einfluss auf die Entwicklung anderer Produkte ihres Unternehmens hatte oder sie dies im weiteren Verlauf des Projekts erwarten. Insbesondere sind dies eine Verbesserung der Produktqualität und die Kostensenkung für die Entwicklung, Herstellung oder Wartung.

… und Arbeitsplätze

In einer weiteren Studie haben die Wirtschaftswissenschaftler die so genannten Nachfrageeffekte während der Bau- und Ausrüstungsphase des European XFEL untersucht – also Arbeitsplätze, Einkommen und Umsätze, die geschaffen bzw. erzielt werden. Demnach entstehen während der Bauphase jährlich über 1350 Arbeitsplätze in Deutschland, von denen etwa die Hälfte in Hamburg und Norddeutschland angesiedelt sind. Es profitieren insbesondere die Bereiche Handel, Bau, Finanzdienste und Maschinen. Zudem werden über 55 Mio. Euro Einkommen und etwa 120 Mio. Euro Umsatz erzielt. Etwa die Hälfte der Arbeitsplätze sowie des erzielten Einkommens und Umsatzes entsteht bei DESY und seinen Lieferanten. Die andere Hälfte sind so genannte induzierte Effekte durch Lohnempfänger, die ihre Einkommen wieder ausgeben. Es profitieren hauptsächlich Handel, Dienstleistung und Wohnungswesen.

Den Gesamtkosten für den European XFEL, von denen Deutschland maximal 60 % trägt, stehen also bereits in der Bauphase bedeutende Wachstums- und Innovationseffekte gegenüber. Dabei profitiert nicht nur die Region, sondern das gesamte Land.

In dieser Betrachtung nicht berücksichtigt, aber von enormer Bedeutung ist die Strahlkraft, die ein Zentrum der Spitzenforschung für den Forschungs- und Technologiestandort Deutschland entfaltet. Vor allem in der Betriebsphase, die in diesen Studien noch nicht berücksichtigt wurde, kann der European XFEL zur Keimzelle für weitere Innovationen und Ansiedlungen von Forschung und Industrie werden.