Skip Navigation
English version
Kontakte
Anfahrt
Home - Überblick - Sicherheit & Umwelt

Sicherheit & Umwelt

Der European XFEL ist ungefährlich und kann ohne Risiken unter und in dicht besiedeltem Gebiet gebaut und betrieben werden. Von ihm geht keine Gefährdung der Umwelt aus, auch nicht bei einer eventuellen Betriebsstörung.

Die Anlage erzeugt weder Lärm noch giftige Abgase und kann auch nicht explodieren. Lediglich im Betrieb erzeugt sie ionisierende Strahlung (umgangssprachlich “radioaktive Strahlung”), so dass sich Menschen nicht innerhalb der Tunnel sowie in unmittelbarer Nähe der Experimentiereinrichtungen aufhalten dürfen, wenn die Anlage eingeschaltet ist.

Dass jemand die während des Betriebs gesperrten Bereiche betritt, wird durch erprobte, bei DESY seit Jahrzehnten übliche Zugangskontrollsysteme ausgeschlossen.

 
Interlocksystem der FLASH-Halle
Während des Betriebs von FLASH wird der Zugang zum Beschleuniger durch ein bei DESY übliches Kontrollsystem versperrt. Dazu gehört, dass der Beschleuniger automatisch abgeschaltet wird, sobald diese Tür im Betrieb geöffnet wird.
© DESY 2007
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Da die Tunnel tief genug unter der Erde verlaufen, ist die Strahlung, die durch das Erdreich bis an die Oberfläche dringen kann, im Vergleich zu der überall vorhandenen natürlichen Strahlung vernachlässigbar gering. Auch für Erdreich, Wasser und Luft geht vom European XFEL keine Gefahr aus: Selbst unmittelbar in der Umgebung der Tunnelröhre ist die in 20 Betriebsjahren entstehende Radioaktivität im Erdreich geringer als die im Boden von Natur aus vorhandene Radioaktivität, und die Aktivierung von Grundwasser und Tunnelluft liegt weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

Im Normalbetrieb werden die für den European XFEL benötigten Elektronen nach der Erzeugung der Röntgenstrahlung in Elektronenauffänger gelenkt, in denen sie abgebremst werden und ihre Energie in Wärme umgewandelt wird. Diese Elektronenauffänger befinden sich in speziell abgeschirmten Schächten tief unter der Erde, so dass auch hier die an die Erdoberfläche gelangende Strahlung gegenüber der in der Natur immer vorhandenen Strahlung vernachlässigbar gering ist. Was die Röntgenlaserstrahlung betrifft, so kann diese gleich hinter den Experimenten in Auffängern aus Blei abgebremst und vernichtet werden. Die einzelnen Experimentierstationen befinden sich hinter entsprechenden Abschirmwänden und in unzugänglichen Bereichen, so dass in den Experimentierhallen außerhalb dieser Bereiche auch während des Betriebs gearbeitet werden kann.

Auch bei einer eventuellen Betriebsstörung bestehen für die Umwelt keine Gefahren: Eine aus technischer Sicht gravierende Störung tritt auf, wenn der Elektronenstrahl seine Bahn im Beschleuniger verlässt. Wegen seiner gebündelten hohen Energie würde er dann Teile des Röntgenlasers zerstören, was zu einem langen Ausfall der gesamten Anlage führen würde. Schon deshalb ist der European XFEL bereits vom Prinzip her so konzipiert, dass in solch einem Fall die Teilchenstrahlen unmittelbar in die entsprechenden Elektronenauffänger gelenkt werden und die ganze Anlage sofort automatisch abgeschaltet wird.

Auswirkungen auf Natur und Umwelt

Die Auswirkungen des European XFEL wurden durch eine Umweltverträglichkeitsstudie überprüft. Es sind Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen.

Wie jedes andere Bauprojekt, das große Flächen in Anspruch nimmt, beeinflussen auch der European XFEL und sein Bau die Umwelt in Bereichen, die sowohl den Menschen als auch Tiere, Pflanzen und die Landschaft im Allgemeinen betreffen. Die Planung der Anlage ist so angelegt, dass die Auswirkungen auf der einen Seite möglichst gering sind, auf der anderen Seite aber auch der Forderung nach einer Minimierung der Baukosten gerecht werden. Sie sehen umfangreiche Maßnahmen zur Vermeidung oder Minderung dieser Auswirkungen sowie zu ihrem Ausgleich und zur Gewährleistung der Umweltsicherheit vor.

Für das Planfeststellungsverfahren beauftragte DESY eine Umweltverträglichkeitsstudie, die von der unabhängigen Planungsgruppe Ökologie + Umwelt Nord erstellt wurde. Ergänzt wird die Studie durch den so genannten Landschaftspflegerischen Begleitplan, in dem Maßnahmen zur Reduzierung und zum Ausgleich der Umweltauswirkungen untersucht werden. Beides ist Bestandteil der Planfeststellungsunterlage. Zur Vorbereitung der Umweltverträglichkeitsstudie fand am 22. März 2004 ein so genannter Scoping-Termin statt, bei dem die beteiligten Behörden und Verbände ihre Umwelt- und Naturschutzanliegen einbrachten und somit einen Untersuchungsrahmen schafften.

Durch den European XFEL kommt es in Hamburg in den Stadtteilen Bahrenfeld, Osdorf und in Schenefeld zu vorübergehenden und dauerhaften Veränderungen des Lebensraums von Tieren und Pflanzen, des Landschaftsbilds und der Erholungsnutzung. Schädliche Auswirkungen auf Klima, Luft, Grundwasser und Oberflächengewässer können ausgeschlossen werden. Die zeitlich begrenzten Auswirkungen während der Bauphase betreffen vor allem Lärmbelastungen und Baustellenverkehr sowie Störungen von Erholungsfunktionen, z.B. durch die zeitweilige Nutzungseinschränkung des Lise-Meitner-Parks und von Teilen der Osdorfer Feldmark.

Ein dauerhafter Verlust von Landschaftselementen entsteht am Standort DESY-Bahrenfeld durch die Verkleinerung des Lise-Meitner-Parks, der ungefähr einen Hektar an Fläche verliert. Auch in dem Schenefelder Gebiet und der Osdorf Feldmark sind durch das geplante Forschungsgelände Veränderungen des Lebensraums von Tieren und Pflanzen, des Landschaftsbildes und der Erholungsnutzung zu erwarten. Hier gehen Landschaftselemente wie z.B. Knicks verloren, und das Landschaftsbild wird durch die Gebäude optisch verändert. Außerdem kommt es zur Unterbrechung von bestehenden Wegeverbindungen, die jedoch entsprechend umgelegt bzw. neu geschaffen werden.

Ausgleichsmaßnahmem im Überblick

Grundsätzlich sollen die Bauarbeiten für den European XFEL so durchgeführt werden, dass hochwertige Strukturen wie Großbäume, Knicks und sonstige naturnahe Gehölze erhalten bleiben. Dies vermindert sowohl für Tiere und Pflanzen als auch in den Bereichen Boden und Landschaft den Gesamteingriff deutlich. Als Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen ist weiterhin vorgesehen, die Betriebsgelände unter Umweltaspekten aufzuwerten, daran angrenzende Flächen wiederherzustellen bzw. durch Anlage von Sichtschutzpflanzungen, naturnahen Grünflächen, Knicks (wallartige Baum- und Strauchhecken), Wald- und der Natur überlassenen Flächen aufzuwerten. Ein zentrales Element dieser Maßnahmen ist die Übernahme eines Teils der großflächigen Renaturierung der Düpenau auf dem Betriebsgelände Schenefeld sowie in dessen Umgebung.