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Home - Nachrichten - 2017 - Große Erwartungen beim letzten Nutzertreffen vor Betriebsbeginn

Meldung, 27. Januar 2017

Große Erwartungen beim letzten Nutzertreffen vor Betriebsbeginn

Wissenschaftler aus aller Welt bereiten sich auf Anträge und Experimente vor

Das jährliche gemeinsame Nutzertreffen, zu dem European XFEL und DESY Photon Science für den 25. bis 27. Januar eingeladen hatten, war in diesem Jahr ein besonderes: In weniger als einem Jahr werden die teilnehmenden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bereits Experimente am European XFEL machen können – vorausgesetzt ihre Bewerbung um Strahlzeit war erfolgreich. Die Vorträge konzentrierten sich daher auf die großen Fortschritte des letzten Jahres ebenso wie auf die noch verbleibenden Arbeiten bis zum Start des Nutzerbetriebs.

Der Council-Vorsitzende Prof. Martin Meedom Nielsen eröffnete das Meeting im DESY-Hörsaal in Hamburg Bahrenfeld mit einer kurzen Ansprache, European XFEL-Geschäftsführer Prof. Robert Feidenhans’l gab anschließend eine Übersicht zum Stand von Bau und Inbetriebnahme des Röntgenlasers. In seiner Präsentation zeigte sich Feidenhans’l sehr erfreut, die Forschungseinrichtung in der zweiten Jahreshälfte für den Nutzerbetrieb öffnen zu können.

„Dies ist ein spannendes Jahr mit vielen Herausforderungen”, sagte Feidenhans’l. „Wir haben noch eine Reihe wichtiger Meilensteine vor uns. Aber unser Team und die Kolleginnen und Kollegen von DESY arbeiten mit Hochdruck daran, die Termine einzuhalten und alles für die ersten Experimente im Herbst vorzubereiten. Wir werden alles daran setzen, den Nutzern die besten Möglichkeiten für ihre Forschung zu bieten.“

European XFEL Geschäftsführer Prof. Robert Feidenhans'l gab am 25. Januar auf dem Nutzertreffen einen Überblick über den Stand und aktuelle Entwicklungen.
European XFEL

Andere Vorträge informierten über die neuesten Fortschritte beim Bau des Beschleunigers, der Detektoren und der optischen Lasersysteme – immer mit dem Fokus auf die Arbeitsmöglichkeiten während des ersten Nutzerprogramms.

Die Gruppen, die für den Bau der beiden ersten für die Nutzer zur Verfügung stehenden Instrumente FXE und SPB/SFX verantwortlich sind, informierten über den Status beim Aufbau ihrer Instrumente. Anfang der Woche hatte European XFEL den ersten Aufruf veröffentlicht, sich um „Strahlzeit“ bei den beiden Instrumenten zu bewerben.

Darüber hinaus stellten leitende Forscher in zwei Vorträgen neue herausragende Experimente mit harter Röntgenstrahlung vor.

Am Nachmittag hatten die Nutzer, von denen viele den Bau des European XFEL über die vergangenen Jahre hinweg verfolgt haben, die Gelegenheit, die Experimentierhalle und die Bio-Labore der Forschungseinrichtung in zahlreichen geführten Touren kennenzulernen.

European XFEL-Wissenschaftler Robert Carley mit einer Gruppe bei der Besichtigung der Experimentierhalle
European XFEL

„Es ist beeindruckend und ich schaue erwartungsvoll auf die ersten Experimente bei der Inbetriebnahme“, erklärte Roseanne Sension, Professorin für Chemie an der University of Michigan. Sension ist besonders am FXE-Instrument interessiert. „Ich bin gespannt darauf zu sehen, welche zusätzlichen Möglichkeiten wir hier im Vergleich mit anderen Röntgenstrahlungsquellen haben werden.“

„Es ist interessant von etwas zu hören, dass besondere Anwendung auf meinem Arbeitsgebiet finden könnte“, meinte Dávid Forgács von Saule Technologies, einem Hersteller von flexiblen Solarzellen in Wrocław, Polen. „Ich würde hier gern die physikalischen Grundlagen des Ladungstransfers mit einem der Instrumente für weiche Röntgenstrahlung untersuchen.“

Robin Schubert, Wissenschaftler an der Universität Hamburg, interessiert sich besonders für Experimente am SPB/SFX-Instrument: „Das sieht alles vielversprechend aus, besonders nach der Veröffentlichung des ersten Aufrufs, Vorschläge für Experimente einzureichen. Die Besichtigung hat einen Eindruck davon vermittelt, was uns erwartet. Ich freue mich darauf, meinen Antrag zu schreiben.“

Zwei begleitende Workshops auf dem Forschungscampus Schenefeld und in Bahrenfeld informierten über die Forschungsmöglichkeiten an den Instrumenten HED sowie den beiden Instrumenten mit weicher Röntgenstrahlung, SQS und SCS. Ein weiterer Workshop führte die Wissenschaftler in die bei European XFEL entwickelte Kontroll- und Analysesoftware Karabo ein, die zur Steuerung und Kontrolle der Experimente sowie zur Aufnahme der Daten eingesetzt werden wird.

Das gemeinsamen Abendessen im European XFEL-Hauptgebäude bot Möglichkeiten für Gespräche und Meinungsaustausch.
European XFEL

Weitere Programmpunkte des gemeinsamen Nutzertreffens waren Vorträge zu Experimenten mit weicher, vergleichsweise kurzwelliger Röntgenstrahlung und eine Ausstellung mit mehr als 300 Postern. Untern den etwa 1100 Teilnehmern waren auch 26 Studentinnen und Studenten, die das Nutzertreffen mit einem Reisestipendium von European XFEL besuchten. Aus der Slowakischen Republik, Großbritannien und Russland kamen jeweils mehrere Teilnehmer, die anderen aus zehn weiteren Ländern.

„Es war sehr wichtig, nicht nur Bilder von dem zu zeigen, was wir aufgebaut haben, sondern unsere Einrichtung auch live vor Ort vorzustellen“, sage Prof. Serguei Molodtsov, wissenschaftlicher Direktor bei European XFEL. „Wir danken den Nutzern für ihre Anregungen und Vorschläge, die uns helfen und motivieren, ihnen die beste Forschungseinrichtung zu bieten, die wir zur Verfügung stellen können.“