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Home - Nachrichten - 2016 - Erste zwei wissenschaftliche Instrumente bereiten sich auf großes Debüt vor

Meldung, 20. Dezember 2016

Erste zwei wissenschaftliche Instrumente bereiten sich auf großes Debüt vor

Wissenschaftler der Instrumente SPB/SFX und FXE präsentieren Stand der Dinge, Nutzer planen erste Experimente

In der Filmindustrie ist der Sommer die Zeit der Blockbuster. Im kommenden Sommer wird es bei European XFEL ähnlich spannend, wenn die ersten wissenschaftlichen Nutzer an den hochmodernen Instrumenten der Anlage Experimente durchführen. Derzeit installieren die Gruppen, die für den Bau der ersten beiden wissenschaftlichen Instrumente, SPB/SFX und FXE, verantwortlich sind, Komponenten in der unterirdischen Experimentierhalle. Um sich auf die ersten Versuche vorzubereiten, nahmen insgesamt je 100 Wissenschaftler aus aller Welt am 28.–29. November bzw. 1.–2. Dezember an sogenannten „Early User Workshops“ von SPB/SFX und FXE teil. Die beiden Gruppen stellten die Parameter vor, die für die ersten Experimente im Sommer 2017 erwartet werden. Die Workshops halfen den Nutzern auch, ihre ersten Anträge für Versuche an diesen Instrumenten zu planen, deren Ausschreibung Anfang 2017 erfolgen sollen.

Die Workshops boten den Wissenschaftlern einen ersten Überblick über die Experimentiermöglichkeiten im nächsten Jahr. Als Nutzereinrichtung wird European XFEL Anträge auf Messzeit von Forschergruppen entgegennehmen, die die einzigartigen Lichtblitze des Röntgenlasers für ihre Versuche nutzen möchten. Jedes Instrument bietet eine Reihe von Werkzeugen, die Forscher verwenden können, um Experimente in verschiedenen wissenschaftlichen Fachdisziplinen durchzuführen. Das Instrument SPB/SFX ist auf die Untersuchung einzelner Teilchen wie Biomoleküle, Viren, ganze Zellen und winzige Kristalle zugeschnitten und wird voraussichtlich insbesondere in Bereichen wie Pharmakologie, Zellbiologie und Biochemie von Nutzen sein. Das benachbarte Instrument FXE wird Zwischenzustände chemischer Reaktionen entschlüsseln, mit voraussichtlichen Auswirkungen in Biochemie und Materialwissenschaften sowie auf Studien zur Energieübertragung und -speicherung.

In den Workshops präsentierten die European XFEL-Wissenschaftler den Stand der Installationsarbeiten und erläuterten, welche der hochmodernen Komponenten am ersten Experimentiertag zur Verfügung stehen werden. Außerdem erarbeiteten die Workshop-Teilnehmer in vertiefenden Modulen die Grundlagen für erste Versuchsanträge.

Teilnehmer des SPB/SFX-Workshops, 28–29 November.
European XFEL

„Es hört sich alles sehr vielversprechend an“, erklärte Elena Tereschenko, Wissenschaftlerin am Kurchatov-Institut in Russland, die am FXE-Workshop teilnahm. „Für meine Kollegen ist das Instrument insbesondere für die Untersuchung von Phasenübergängen und Materialdynamik interessant. Es gibt hier sehr spannende Experimentieraufbauten. Die Komponenten des Instruments zu Streuversuchen werden für uns sehr nützlich sein.“

„Als Biochemiker interessiert mich sehr, was man hier mit Nanokristallen machen kann“, meinte Martin Äpfelbacher, Wissenschaftler am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, zum Instrument SPB/SFX. Sein Kollege Markus Perbandt, Wissenschaftler am Center for Ultrafast Imaging der Universität Hamburg, erklärte: „Ich interessiere mich für den Antragsprozess und dafür, wie wir Kollaborationen bilden können. Zudem ist es gut zu wissen, was am ersten Tag möglich sein wird.“

„Die Nutzer scheinen sehr zufrieden zu sein mit dem, was wir installieren“, meinte FXE-Gruppenleiter Christian Bressler.
„Das Engagement, die Begeisterung und die guten Ideen der Workshop-Teilnehmer waren großartig“, erklärte SPB/SFX-Gruppenleiter Adrian Mancuso. „Spürbar war die große Spannung der Teilnehmer auf die neuen wissenschaftlichen Möglichkeiten, die der European XFEL eröffnen wird.“

„Die Anlage unterscheidet sich von den beiden bestehenden Freie-Elektronen-Lasern im harten Röntgenbereich“, sagte Changyong Song von der Pohang Universität für Wissenschaft und Technologie in Südkorea. „Die Nutzer wollen wissen, welche genauen Parameter sie für ihre Experimente erwarten können. Außerdem war dies eine willkommene Gelegenheit, gute Beziehungen zu anderen Nutzern dieser Instrumente aufzubauen.“

Teilnehmer des FXE-Workshops, 1–2 Dezember.
European XFEL