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Home - Nachrichten - 2011 - Tunnelröhre für den Beschleuniger fertiggestellt

Baunachricht, 09. August 2011

Tunnelröhre für den Beschleuniger fertiggestellt

Die Tunnelbohrmaschine TULA erreichte ihr Ziel in der letzten Juli-Woche. Einige Tage später montierten die Tunnelbauer den letzten Ring der Betonröhre für den Beschleuniger. Wie geht es nun weiter?

Am 27. Juli 2011 gegen 22 Uhr stand die Tunnelbohrmaschine TULA (TUnnel für LAser) vor der Wand ihres Ankunftsschachts. Jetzt musste sie nur noch die 1,50 Meter dicke Schlitzwand der Baugrube langsam durchbohren und das runde „TULA-Fenster“ in der sich daran unmittelbar anschließende Wand des Injektorbauwerks durchfahren. Dann war es soweit: Mit einer „Punktlandung“, das heißt mit einer Genauigkeit von einem Millimeter, landete TULA in ihrem Ausfahrtopf an der Westwand des Injektorbauwerks auf dem Gelände DESY-Bahrenfeld.

Damit war die Herstellung der 2010 Meter langen Tunnelröhre allerdings noch nicht beendet. Es fehlten noch die sechs Stahlbetonringe, von denen der letzte den Tunnel mit der Halle verbindet. Während TULA sich langsam auf den in der Halle für diesen Zweck errichteten Stahlunterbau (die „Schildwiege“) schob, montierten die Tunnelbauer diese letzten Ringe. Am Sonnabend, den 6. August 2011, war die Tunnelröhre für den supraleitenden Beschleuniger des European XFEL dann fertig gebaut!

Am 29. Juli 2011, zwei Tage nach TULAs Ankunft in DESY-Bahrenfeld, konnten die Tunnelbauer den Ausfahrtopf öffnen, so dass sich das Schneidrad nach mehr als sieben Monaten Untertagearbeit wieder zeigte (linkes Bild). Direkt dahinter ist der geöffnete Steinbrecher mit Resten aus den letzten Metern Tunnelvortrieb zu erkennen (rechtes Bild).

Wie geht es nun weiter? Nach mehr als 400 Tagen Einsatz für den European XFEL hat TULA nun ihren Dienst beendet. In den kommenden Tagen wird sie im Injektorbauwerk zerlegt, damit sie durch den engen Schacht in Teilen nach oben befördert werden kann. Ende August geht es per Schiff zurück zum Herstellerwerk, denn einige Komponenten aus dem Innenleben von TULA sind eventuell wieder verwendbar, andere haben zumindest einen hohen Schrottwert. Parallel dazu startete bereits der Rückbau der für die Tunnelbohrmaschine benötigten Infrastruktur (Laufsteg, Versorgungsrohre, Leitungen und als Letztes die Gleise der Tunnelbahn), der noch bis voraussichtlich Mitte September dauern wird. Zum Tunnelbau gehört auch noch der Ausbau der Tunnelröhre mit einer stabilen ebenen Sohle, der im Januar 2012 beendet sein wird. Mit Hilfe eines Spezialfahrzeugs wird der Unterbau aus sechs Tonnen schweren Betonfertigteilen montiert, auf dem anschließend die stabilen Bodenplatten verlegt werden.

Das linke Bild, das vier Tage nach TULAs Ankunft aufgenommen wurde, zeigt es deutlich: Um durch den Schacht des über 30 Meter tiefen Injektorgebäudes zu passen, muss die Maschine vorher zerlegt werden. Damit begannen die Techniker am 8. August 2011 (rechtes Bild).

Gemeinsame News von European XFEL GmbH und Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft