Chinas IHEP-Institut liefert Undulator-Prototyp
Im Rahmen einer langjährigen deutsch-chinesischen Zusammenarbeit baute das Institut für Hochenergiephysik in Peking das erste Undulatorsegment für den European XFEL. Der Prototyp wartet jetzt in Hamburg auf seine Vermessung.
Nein, es ist kein Aprilscherz: Am Morgen des 1. April erreichte der LKW das DESY-Gelände und fuhr direkt in die Halle zu den Undulatormessräumen des European XFEL. Die Plombe des Containers durfte aber erst nach Rücksprache mit dem Zoll geknackt werden, denn die wertvolle Ware, das erste speziell für den Röntgenlaser gebaute Undulatorsegment, kam direkt aus Peking. Nach zwei Stunden schließlich hob ein Kran den acht Tonnen schweren Prototyp aus dem Container und setzte ihn auf den Hallenboden.
Zwei Reihen aus jeweils 207 Einzelmagneten bilden das fünf Meter lange Undulatorsegment. Es ist 2,28 m hoch und wurde mit einer Genauigkeit im Mikrometerbereich hergestellt. Das Institut für Hochenergiephysik (IHEP) der Chinesischen Akademie für Wissenschaften baute den Prototyp auf eigene Kosten auf der Basis vorhandener Pläne.
„Dieser Prototyp ist das erste Undulatorsegment, das speziell für den neuen Röntgenlaser hergestellt wurde, und das Ergebnis einer langjährigen fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Peking und Hamburg“, freut sich Joachim Pflüger, der Leiter der Undulatorgruppe in der European XFEL GmbH. „Sechs Monate waren vier Experten aus Peking bei uns. Danach lief der Austausch per E-Mail, Videokonferenzen und gegenseitigen Kurzbesuchen.“ In den kommenden Monaten wird der Prototyp nun auf Herz und Nieren geprüft, sein Magnetfeld vermessen und die gesamte Handhabung getestet. Später ist er einer von insgesamt 91 Segmenten, die die Undulatorstrecken der ersten drei Strahlführungen des Röntgenlasers bilden.
Mehr über die Undulatoren des European XFEL erfahren Sie in unserem Nachrichten-Feature "Fiat lux".
