Rekordbeteiligung beim 4. European-XFEL-Nutzertreffen
Bei Schnee und Eis trafen sich mehr als 280 künftige Nutzer des European XFEL in Hamburg. Im Mittelpunkt standen die ersten sechs Experimentstationen für die Anlage, die zurzeit geplant werden.
Trotz der für Norddeutschland ungewöhnlichen tiefen Temperaturen reisten mehr als 280 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 20 Ländern Ende Januar zu DESY nach Hamburg, um an dem 4. European-XFEL-Nutzertreffen teilzunehmen. Unter ihnen waren 28, die kürzlich ihr Studium oder ihre Promotion beendeten und aus den Mitteln des EU-Projekts Pre-XFEL einen Reisekostenzuschuss erhielten.
Massimo Altarelli, Geschäftsführer der European XFEL GmbH, führt diese Rekordbeteiligung auf die Ende November 2009 besiegelte Gründung der europäischen Forschungseinrichtung zurück (s. Meldung vom 30.11.2009). „Der starke Zuspruch und das wachsende Interesse unserer künftigen Nutzer sind bemerkenswert“, so Altarelli. „Auch die Atmosphäre in den einzelnen Sitzungen zeigte die allgemeine Zustimmung zu unserem Vorgehen bei der Realisierung der Anlage.“
Das drei Tage dauernde 4. European-XFEL-Nutzertreffen wurde gemeinsam mit DESY/HASYLAB organisiert, und es fanden zwei gemeinsame Veranstaltungen statt: die Sitzung zum Thema „Stand und Anwendung von weicher Röntgenstrahlung“ und die abschließende Postersitzung.
Besonders gut besucht waren die Einführungsvorträge zu Beginn des Treffens. Sieben Sprecher gaben einen Überblick über den Stand des Projekts und seine technischen Entwicklungen. Eine große Rolle spielten dabei die sechs Experimentierstationen, die als Erste am European XFEL eingerichtet werden sollen.
Die Nutzergruppen werden an jeder der drei Strahlführungen des European XFEL aus zwei komplett ausgerüsteten Experimentierstationen wählen können. Dazu gehören Probenzuführungen, Detektoren, Datenspeicher oder auch optische Laser, mit denen etwa chemische Reaktionen in Molekülen angeregt werden können. Für die Forschergruppen ist es besonders attraktiv, sich an diese vorhandenen Infrastrukturen mit ihren Proben „andocken“ und dann gleich loslegen zu können.
Vorher müssen die sechs Messstationen aber erst einmal entwickelt und hergestellt werden. Eine große Herausforderung, aber auch eine Chance, die Instrumente gleich so zu bauen, dass sie optimal genutzt werden können. Daher sollten beim European XFEL so früh wie möglich die späteren Anwender mit ins Boot geholt werden, damit sie ihre Wünsche und Anforderungen an die für sie geplanten Experimentiermöglichkeiten untereinander diskutieren, abstimmen und an die Planer weitergeben können.
Finanziert durch das EU-Projekt Pre-XFEL fanden in den Jahren 2008 und 2009 an sechs Orten Europas sechs internationale Workshops statt. Jeder widmete sich einem der sechs Instrumente. Die Ergebnisse aller Workshops wurden auf dem 4. Nutzertreffen vorgestellt und diskutiert. Sie bilden nun die Grundlage für das Design der ersten European-XFEL-Experimentierstationen.
