Freie Bahn für die European XFEL GmbH!
Als „eine wichtige Etappe für die Grundlagenforschung“ bezeichnete Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die am 23. September 2009 in Berlin erfolgte Paraphierung des völkerrechtlichen Übereinkommens zum Bau und Betrieb des European XFEL. „Nun steht der Gründung unserer Forschungseinrichtung nichts mehr im Wege“, freut sich Prof. Massimo Altarelli, der designierte Vorsitzende der Geschäftsführung der European XFEL GmbH, „Anerkennung und Dank gebührt allen Beteiligten aus den Ministerien und Wissenschaftsorganisationen in Deutschland und den Partnerstaaten für ihren langjährigen und intensiven Einsatz zur Vorbereitung dieses Ereignisses“.
Vom 21. bis 23. September fand in Berlin die gemeinsam vom BMBF und Auswärtigem Amt organisierte „Übersetzer-Konferenz“ (cross-checking conference) statt, auf der die Übersetzer die sechs Sprachfassungen der Gründungsdokumente (Übereinkommen, Gesellschaftsvertrag, Schlussakte) noch einmal gemeinsam auf ihre korrekten Inhalte prüften. Mit dabei waren Regierungsvertreter aus allen 13 beteiligten Ländern: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakische Republik, Spanien und Ungarn. Zum Abschluss der Konferenz paraphierten sie die in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch und Spanisch vorliegenden Gründungsdokumente mit ihren Initialen.
„Der European XFEL ist eins der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Grundlagenforschung in Europa. Wir freuen uns, gemeinsam mit so vielen und wichtigen internationalen Partnern den European XFEL in Hamburg und Schleswig-Holstein zu bauen. Dieses Projekt ist ein Highlight für die Attraktivität von Deutschland als Standort der Spitzenforschung“ kommentierte Staatssekretär Meyer-Krahmer das Ereignis. Die Tür ist offen für weitere Partnerstaaten, so plant China schon die Teilnahme am European XFEL. Von den Kosten für den Bau und die Inbetriebnahme der Anlage in Höhe von rund einer Milliarde Euro übernimmt Deutschland etwas mehr als 50 Prozent. Wichtigster ausländischer Partner ist Russland mit einem Beitrag von 250 Millionen Euro.
Im Forschungsministerium laufen nun alle Anstrengungen, noch in diesem Jahr einen Termin für die feierliche Unterzeichnung dieses völkerrechtlichen Übereinkommens in Berlin zu finden, an dem möglichst viele Minister der Partnerländer teilnehmen können. Unabhängig davon kann jetzt kurzfristig in Hamburg die European XFEL GmbH gegründet werden, zunächst mit DESY als dem einzigen Gesellschafter. Weitere Teilhaber aus den Partnerländern werden dann nach der Unterzeichnung des völkerrechtlichen Übereinkommens dazu kommen.


