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Materie in extremen Zuständen studieren

Gebündelt können die Röntgenblitze des European XFEL Materie in Zustände mit extremen Drücken und Temperaturen versetzen. Dies wird helfen, neue astrophysikalische Modelle für Planeten zu entwickeln oder die Fusionsforschung zur zukünftigen Energieerzeugung auf der Erde voranzutreiben.

Über Materie in extremen Zuständen – etwa bei einem Druck des milliardenfachen Luftdrucks und Temperaturen von einigen 10 000 Grad Celsius – weiß die Physik relativ wenig. Die gängigen theoretischen Modelle verlieren bei diesen Zuständen ihre Gültigkeit und können nicht herangezogen werden. Dabei sind solche Zustände alles andere als reine Theorie: So finden sich entsprechend hohe Drücke und Temperaturen im Inneren großer Planeten wie beispielsweise Jupiter oder auch beim Zünden der sogenannten Trägheitsfusion mit Hilfe von Laserlicht.

 
Plasmen erzeugen und untersuchen
Mit einem Röntgenlaser können Plasmen erzeugt werden, die so heiß wie das Innere riesiger Sterne sein können. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, mit einem Teil des Röntgenlaserstrahls die erzeugten Plasmen zeitlich aufgelöst zu untersuchen und so den Plasmazustand zu erforschen.
© DESY 2006

Die theoretische Beschreibung dieser Zustände ist extrem schwierig. Zudem liegen nur sehr wenige experimentelle Daten vor. Der European XFEL bietet einzigartige Möglichkeiten, Materie in extremen Zuständen sowohl zu erzeugen, als auch zu untersuchen. Ganz unterschiedliche wissenschaftliche Forschungsbereiche – wie etwa die Planetenforschung oder die Entwicklung neuer Technologien zur Energieerzeugung – werden von diesen neuen Experimenten profitieren.